LED Pflanzenlampen (Light Emitting Diode)

Vor- und Nachteile der LED-Pflanzenlampe gegenüber der Hochdrucklampe

 

 

Die Umwandlungseffektivität oder die Effizienz mit der Elektrizität, durch das Prinzip der Halbleiterplatten, direkt in Licht umgewandelt wird, bewegt sich zum heutigen Stand der Technik (2019) zwischen 60% - 80% und wird stetig verbessert.

 

Die Leuchtdioden emittieren das Licht in einem ungewöhnlich eng gefassten Spektralbereich und sind ideal an die Anforderungen der Pflanze angepasst. Die Strahlung, die von der Pflanze verwertet werden kann (photosynthetisch aktive Strahlung), hat eine Wellenlänge von 400 – 700 nm. Die von Hochdrucklampen abgedeckte Range umfasst, im Gegensatz zu den LEDs, jedoch zu einem großen Teil Wellenlängen, die kleiner bzw. größer sind. Diese benötigen Energie, können jedoch von der Pflanze nicht verwertet werden. Somit wird viel Strom verschwendet.

 

Ein weiterer Vorteil der LED gegenüber der herkömmlichen Hochdrucklampe ist die zielgerichtete Emission des Lichtes. So haben die LEDs von sanlight bspw. einen Abstrahlwinkel von 90° und benötigen somit keinen Reflektor, um das Licht auch wirklich direkt auf die Anbaufläche zu bringen. Die Ausleuchtung wird somit optimiert und es gibt so gut wie keine dunklen Flecken mehr im Pflanzraum – jeder Pflanzenteil wird rundherum gleichmäßig mit Licht versorgt. Ein regelmäßiges Drehen oder Umstellen der Pflanzen wird damit praktisch überflüssig.

 

Auch können moderne LED-Pflanzenlampen nahe über die Pflanzen gehängt werden. Sie entwickeln im Betrieb vergleichsweise wenig Hitze und ermöglichen einen Anbau auch in niedrigen Anbauräumen.

Während es bei Metallhalogen- und High Pressure Sodium Lampen, aufgrund der enormen Hitzeentwicklung oftmals zu einer (zu) hohen Temperaturdifferenz zwischen Tages- und Nachtzeit kommt, stellt das nun kein Problem mehr dar. Die Abweichung der Temperatur zwischen Tages- und Nachtzeit sollte bekanntlich nicht höher als 10° Celsius betragen.

 

Entscheidet man sich für sogenannte LED Bars kommt es zu einer verbesserten Luftumwälzung im Anbauraum. Sie benötigen keine Reflektoren und haben eine insgesamt kleine Fläche. Zwischen den Lampen ist immer ausreichend Platz, damit die Luft ungehindert „an ihnen vorbei“ bzw. „zwischen ihnen durch“ strömen kann. Ein ungewollter Luftstau im Bereich unter der Lampe wird somit vermieden.

 

LED-Lampen sind relativ teuer, langfristig gesehen können sie aber, aufgrund ihrer langen Lebensdauer, sogar Geld sparen. Viele Hersteller bieten im Falle eines Defekts zudem an, auch einzelne Leuchtdioden auszutauschen.

Dies dürfte allerdings eher selten notwendig werden, während HPS-Lampen in regelmäßigen Abständen (nach spätestens einem Jahr) ausgetauscht werden müssen. Diese verlieren nämlich mit der Zeit an Leuchtkraft, was für das menschliche Auge aber nicht zu sehen ist. Für die Pflanze bedeutet das aber dennoch zwangsläufig eine Verschlechterung der Lichtverhältnisse.

LED-Lampen verlieren nicht an Leistung – entweder sie leuchtet mit voller Kraft oder sie leuchtet gar nicht.

 

Ein lästiges Austauschen der Lampen zwischen vegetativer und generativer Phase entfällt mit LEDs, da diese meist für beide Phasen geeignet sind.

Allerdings können sie, speziell in der Wachstumsphase, den Wachstumsröhren und Metallhalogenlampen noch nicht das Wasser reichen. Die generierte Lichtfarbe einer LED-Pflanzenlampe, die für beide Phasen konzipiert ist, scheint zumindest noch nicht so nahe an die der Sonne heranzureichen, wie es die besagten Wachstumsröhren bzw. MH-Lampen leisten können. Dennoch liefern moderne Dioden von höherer Kapazität als die ersten Generationen bereits super Ergebnisse.

 

 

Kombination von herkömmlichen Pflanzenlampen mit LED-Pflanzenlampen

 

Auch können HPS und MH Lampen gut und gerne mit LEDs kombiniert werden. Wegschmeißen muss man sie also auf keinen Fall, aber auch sonst bietet dies einige Vorteile:

 

Die Kombination der verschiedenen Lampensysteme ergänzt nicht nur das verfügbare Lichtspektrum und stellt somit sicher, dass die Pflanze vom vollen Spektrum profitieren kann, sondern erhöht auch die im Anbauraum verfügbare Lichtmenge.

Fügt man bspw. einer vorhandenen 400 Watt-HPS eine 100 Watt-LED hinzu, entspricht das in etwa einem 600 Watt-HPS-System. Durch Hinzufügen einer 300 Watt-LED kann die Lesitung eines 1000 Watt-HPS-Systems erreicht werden.

 

Zu beachten ist hierbei allerdings, dass eine Verbreiterung des Lichtspektrums meist im gelben Bereich nötig wird. Viele LED-Pflanzenlampen arbeiten ausschließlich mit einer Kombination aus rotem und blauem Licht. Sie haben keinerlei Einfluss auf das Pigment der Pflanze.

Im Allgemeinen gilt, dass ein Hinzufügen von gelbem Licht das Xanthophyll der Pflanzen zwingen wird zusätzlich Wärme zu absorbieren, die durch das Licht entsteht.

Rote und blaue LEDs können dagegen zur Modifikation während der generativen Phase eingesetzt werden. Die roten LEDs während der zweiten Hälfte dieser Phase maximiert die Größe und Dichte der Knospen und verkürzt zudem die Blütedauer.

 

 

Hier noch einmal alle Vor- und Nachteile auf einen Blick:

 

  • Höhere Effizienz durch moderne Technik, dadurch weniger Stromkosten bei gleicher Leistung,
  • eng gefasster Spektralbereich und dadurch ideal an die Bedürfnisse der Pflanze angepasst,
  • zielgerichtete Emission des Lichts, dadurch kein Reflektor notwendig und bessere Ausleuchtung des Anbauraumes,
  • weniger Hitzeentwicklung,
  • lange Lebensdauer der LED-Pflanzenlampen,
  • eine Kombination der verschiedenen Lichtsysteme kann sinnvoll sein,
  • dafür hohe Anschaffungskosten und
  • in der vegetativen Phase nicht immer so gut geeignet wie Leuchtstoffröhren oder Metalldampflampen.


 

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Der Growguide wird laufend erweitert bis ein umfassendes Nachschlagewerk entstanden ist.

Zweck des Growguides ist es eine umfassende Beschreibung der grundlegenden Kenntnisse und Voraussetzungen zur Verfügung zu stellen und damit auch dem Anfänger einen leichten Einstieg ins Thema zu ermöglichen.

Die Verfügbarkeit von Hochdruck-Gasentladungslampen hat dazu beigetragen, dass sich die Kunst des Anbaus in Innenräumen über die ganze Welt ausgebreitet hat. Seit den 80er Jahren ist es nun jedermann möglich große Mengen qualitativ hochwertiger Pflanzen in den eigenen vier Wänden anzubauen. 

Dies stellt lediglich eine Berichterstattung über den aktuellen Stand des Innenanbaus dar und soll als Informationsquelle für all jene dienen, die mehr zu dem Thema in Erfahrung bringen möchten. Sämtliche Angaben machen wir nach bestem Wissen und Gewissen aufgrund von bewährten Techniken und Überlieferungen.

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